(Ja, mir fallen auch ein paare ein, aber das lassen wir jetzt erstmal)
Die LinkeZeitung findet Hitlervergleiche, wo der Spiegel sie niemals vermuten würde…
Wer jedoch den definitiven Hitler-Vergleich in diesem Zusammenhang sucht, wird bei Merkels CDU fündig. Am 20. März 2004 sagte der damalige Bundestagsabgeordnete Klaus-Jürgen Hedrich im Interview mit der Tageszeitung junge Welt:
“Man darf Hitler und Chávez nicht vergleichen, denn Hitler steht für den Holocaust. Aber es gibt eine übereinstimmende Erfahrung: Hitler und Chávez wurden beide demokratisch gewählt und haben schrittweise die Demokratie außer Kraft gesetzt. Alles andere spielt keine Rolle.”
PISA lässt grüssen: Hitler wurde nicht zum Reichskanzler gewählt, sondern am 30. Januar 1933 vom Reichspräsident Paul von Hindenburg dazu ernannt. Das ist aber auch egal, denn wenn es darum geht, dass Chávez weg muss, egal wie, dann kann ein CDU-Politiker wie Hedrich noch ganz andere Töne anschlagen.
Es gibt soviel zum drüber schreiben, aber ich bin momentan nur frustriert von dem ganzen Scheiß. Vielleicht kennt die ein oder andere das. Jeden Tag wacht man in dem selben Alptraum auf und von Zeit zu Zeit verlässt mich mein Galgenhumor für eine Weile. Heute Morgen lag ich im Bett und dachte darüber nach, wie mein Leben wäre, wenn ich mich mit diesem geistigen Ballast nicht rumschlagen müsste (”Selig sind die Geistlich Armen” wäre doch ein ein gnädiger Taufspruch gewesen aber was mussten meine Eltern nehmen? “Selig sind die Friedfertigen.” Inzwischen bin ich eh ausgetreten aber ein Fluch kann ja bekanntlich auch wirken, wenn man nicht an ihn glaubt.). Vielleicht (wahrscheinlich) wäre der Status quo schon leichter zu ertragen, wenn ich wüsste, dass es anders nun mal nicht geht, dass es nie anders war und deshalb auch nie anders sein wird… aber nein. Hab ich mir auch teilweise selber zuzuschreiben, dass das nicht der Fall ist.
Dieser Film wird nächstens in meiner Uni aufgeführt. Ich vermute, dass solche (und solche) Projekte uns mehr helfen als alles Demonstrieren, Schreiben und Wählen zusammen. Ich verliere die Geduld mit all diesen symbolischen Aktionen. Demonstrationen helfen gegen Naziaufmärsche, aber sie retten die Biosphäre nicht. Wenn auf das Schreiben keine realen Aktionen folgen, ist man nicht anders als eine Gruppe von Menschen, die, am Beckenrand stehend, ein Kind ertrinken sehen und darüber reden, dass jetzt aber doch mal irgendwer dem armen Kind helfen sollte. Und aufs Wählen muss ich wahrscheinlich gar nicht mehr ernsthaft eingehen.
Ich bin mit direktem Zugang zu einem lebendigen Garten (zur Orientierung: mit “Garten” meine ich nicht sowas wie in der Obiwerbung. Das ist eine Parodie auf einen Garten. So gartenhaft wie bemalter Asphalt.) gesegnet sowie mit einem Matriclan (
) und einem Opa, die sich damit gut auskennen und von denen noch viel zu lernen ist (die Zucchinis meiner Oma? So groß wie ein Baby!), daher sollte ich vielleicht mehr über diese Themen schreiben.
“If I had a hammer…”